Weltkarten für Perspektivwechsel und Sprachenvielfalt

Die BtE-Weltkarten „Perspektiven wechseln“ und „Vielfalt sprechen lassen“ laden dazu ein, die Welt neu zu sehen – flächentreu, irritierend und inspirierend für Globales Lernen und entwicklungspolitische Bildungsarbeit. Unser Ziel ist es gewohnte Weltbilder zu irritieren und Perspektiven zu öffnen.

Die Handreichung zum beliebten Lateinamerika-Puzzle gibt in sechs vielfältigen Kapiteln den verschiedenen Perspektiven und Stimmen, mit Hilfe von zahlreichen Zitaten und Bildern Raum und sensibilisiert für ökologische, wirtschaftliche, politische, kulturelle und soziale Themen der Weltregion. Die Übungsanregungen sollen zur Bildungsarbeit mit dem Puzzle inspirieren.

Hier finden Sie weitere Methoden, Hinweise zu passenden Materialien und aktuellen Entwicklungen.

Perspektivwechsel sichtbar machen

Unsere Weltkarten „Perspektiven wechseln“ und „Vielfalt sprechen lassen“ basieren auf der flächentreuen Peters-Projektion, die reale Größenverhältnisse sichtbar macht und damit ein Gegengewicht zu verzerrenden, im Unterricht verbreiteten Projektionen wie der Mercatorprojektion bildet.

Dabei arbeitet die„Perspektiven wechseln“ mit Irritation und Neuorientierung und die „Vielfalt sprechen lassen“ macht globale Sprachenvielfalt sichtbar.

Durch die Möglichkeit, die Karten mit dem Süden oben aufzuhängen, entsteht ein bewusst gesetzter Perspektivwechsel. Diese Irritation unterstützt Lernende dabei, Orientierungsmuster, globale Machtverhältnisse und eigene Vorannahmen kritisch zu reflektieren. Die Weltkarte »Perspektiven wechseln« eröffnet die Möglichkeit einer doppelten Irritation für die Betrachtenden. Zum einen basiert sie auf der Peters-Projektion*, einer flächentreuen Darstellung, die die Größenverhältnisse von Kontinenten und Ländern korrekt abbildet und damit deutlich von den in Schulen häufig verwendeten Projektionen wie der Mercator- oder Winkel-Projektion abweicht. Diese vertrauten Karten verzerren vor allem die Größen des Globalen Nordens. Zum anderen kann die Karte bewusst „auf dem Kopf“ aufgehängt werden – der Süden oben, der Norden unten. Diese ungewohnte Sichtweise hinterfragt das scheinbar Selbstverständliche und lädt dazu ein, eigene Orientierungen und Wertungen zu reflektieren.

Mit BtE-Weltkarten globale Zusammenhänge sichtbar machen

Die Weltkarten bieten damit einen klaren visuellen Einstieg in Themen wie globale Gerechtigkeit, Vielfalt, koloniale Kontinuitäten und Weltgesellschaft – anschaulich, dialogorientiert und für viele Lernkontexte einsetzbar.

Die folgenden methodischen Hinweise zeigen, wie beide Karten gezielt für dialogorientierte, partizipative Zugänge genutzt werden können.

Methodische Zugänge für die Arbeit mit den Weltkarten

Vorschläge ab Klasse 7

Irritation als Einstieg nutzen

Beginne mit dem ungewohnten Kartenbild (Süden oben) und stelle offene Fragen:

  • „Was irritiert?“
  • „Was fällt im Vergleich zu gewohnten Karten auf?“ Diese Einstiegsmethode aktiviert Vorwissen und öffnet Raum für Reflexion, ohne gleich zu bewerten.
Perspektivwechsel sichtbar machen

Bitte Lernende, sich bewusst „in die Karte hineinzuversetzen“:

  • Wie wirkt die Welt, wenn meine Region oben/unten liegt?
  • Was verändert das an meiner Wahrnehmung von Bedeutung oder Macht? Dies unterstützt den Transfer zu globalen Machtverhältnissen und Orientierungslogiken.
Der Orangentest

Der Orangentest: Jede*r Teilnehmende bringt eine Orange und einen wasserfesten Filzstift (dünn) mit. Schälmesser steht in der Klasse zur Verfügung. Die Orange (Globus) wird mit den Umrissen der Erde bemalt. Danach wäre die Orange vorsichtig zu schälen. Die Schalen sollen dann als zweidimensionale Weltkarte auf einem Papier ausgelegt werden (Einschnitte sind erlaubt). So wird unmittelbar einsichtig, dass es unmöglich ist, einen dreidimensionalen Körper auf einer Fläche genau abzubilden.

 

Vorschläge ab Klasse 10

Veranstalten Sie ein kleines Quiz: Lassen Sie einige Schüler*innen gegeneinander antreten und auf die Frage nach dem größten Land, dem bevölkerungsreichsten Land etc. auf die vermuteten Länder auf der Karte zeigen. Wenn alle ihren Zeigefinger platziert haben, erfolgt die Auflösung.

Globale Verflechtungen thematisieren

Nutze die Karten, um aktuelle Themen zu verorten:

  • Konsum und Lieferketten
  • Klima(un)gerechtigkeit
  • Migration und Mobilität
  • Ressourcenverteilung Die flächentreue Darstellung unterstützt gerechtere „gedankliche Karten“ von globalen Zusammenhängen.
Arbeit mit Standpunkten und Positionierungen

Lass Lernende an die Karte treten und ihren „Standpunkt“ wählen:

  • „Wo würdest du stehen, wenn du deine Perspektive auf die Welt erklären würdest?“
  • „Welche Region beeinflusst dein Leben besonders?“ Soziale und geografische Positionierungen werden sichtbar und besprechbar.
Reflexion & Transfer

Schließe mit Fragen, die globales Lernen stärken:

  • „Wie entstehen Weltbilder?“
  • „Welche Perspektiven fehlen auf gängigen Darstellungen?“
  • „Wie können wir uns der Welt gerechter annähern?“